Sir Henry

Darf ich vorstellen: Sir Henry Bär

…wir teilen uns Sofa und Schreibtischstuhl. Er ist der Kater in meinem Herzen und das vierte Katzentier in meinem Leben. 😉

Sir Henry Bär
Sir Henry Bär

Mein Seelenkaterchen Baghira war schon über ein Jahr hinterm Regenbogen, und Mme. Kah sollte nicht auf Dauer allein bleiben. So besuchte ich am 15.03.2008 das örtliche Tierheim und fragte  nach einem älteren Katzentier, das keinen Freigang benötigen würde. Mir wurde Dickie vorgestellt, alle anderen waren Jungtiere. Er war mit einem Trupp von 13 Katzen aus dem übervollen Tierheim Wanningsmühle nach Bamberg ins Tierheim Berganza gekommen und als Einziger bei den Vermittlungen übrig geblieben. Er saß etwas eingeschüchtert in der hintersten Ecke oben auf einem Brett und machte große (ängstliche) Augen. Ich durfte ihn ohne Augenkontakt streicheln und er begann, sich in mein Herz zu schnurren. Sanft und  ausdauernd….er hat wohl auf mich gewartet….

Man gab ihn mir sofort mit nach Hause, obwohl ich nicht mal eine Transportbox dabei hatte, denn ich wollte eigentlich ja nur mal schauen…

Er war geschätzte 7 Jahre alt. Wie sich später heraus stellte, war er im TH Wanningsmühle wohl verletzt abgegeben worden und musste dort mit Verdacht auf Beckenbruch 6 Wochen in einer kleinen Box verbringen, in der er sich kaum bewegen konnte. Das war sicher in guter Absicht geschehen, hat ihn aber bezüglich Boxen ziemlich traumatisiert. Das Tierheim hatte damals wohl auch kein Geld, ihn beim Tierarzt röntgen zu lassen….

Wirklich einen Beckenbruch hatte er nie. Ich habe ihn beim ersten Tierarztbesuch gleich röntgen lassen. Allerdings mag er es bis heute nicht, wenn man ihm über den Rücken bis zum Schwanzansatz streicht. Anfangs versuchte er da nach der Hand zu beißen, inzwischen zeigt er nur noch die Zähne, bzw ich selbst, tu es einfach nicht mehr. Ich weiß es ja und respektiere das….und was uns beiden immer wieder größte Probleme bereitet ist das Einsteigen in eine Transportbox. Hierbei wurde ich schon richtig ordentlich gebissen, weil er da solche Panik entwickelt, die arme Socke. Aber manchmal muss das halt einfach sein.

Auf jeden Fall zog er hier ein, als ob er nie wo anders zu Hause gewesen wäre. Die ersten Tage verbrachte er in meinem Arbeitszimmer, aber er wollte sehr bald mit Kah Kontakt aufnehmen, die ihm allerdings nie sonderlich Beachtung schenkte. Sie hätte sich wohl auch alleine wohlgefühlt. Henry hat oft versucht, Kontakt mir ihr aufzunehmen, aber sie wollte einfach nicht. Zum Glück haben sich die beiden nie bekriegt, gingen sich aber stets etwas aus dem Weg. Am nähsten kamen sie sich beim Fressen, wenn sie nebeneinander ihre Schüsselchen leerten. Wenn Henry versuchte, Kah mal zu putzen, dann schimpfte sie ihn weg. Zum Glück ist hier genug Platz, dass die beiden hier eigene Wege gehen, und dennoch beide hier bleiben konnten.

Zu seinem (neuen) Namen war der junge Mann gekommen, weil er sich zum Einstand hier in die Wohnung gesetzt, und uns beiden die Faust gezeigt hatte.

Sir Henry kann boxen
Sir Henry kann boxen

Dickie hätte schon auch irgendwie gepasst, denn er hat das handliche Format eines Schuhkartons auf Beinchen, sprich: Er ist kurz und kantig, nicht wirklich rank und schlank, und hat rechts und links der Wirbelsäule einen langhaarigen, dunkleren Streifen im Fell, sein doppelter Irokese. 😉

In seinem früheren Leben muss er oft Hunger gelitten haben, denn noch heute leckt er sein Schüsselchen aus, dass man meinen könnte, es wäre schon gespült. Zudem habe ich oft den Verdacht, er wäre unter Kaninchen aufgewachsen, weil er sich immer wieder mal unter der geschlossenen Schlafzimmertüre durchzubuddeln versucht.

Heinerle, wie er inzwischen oft liebevoll genannt wird, ist ein Individualist geblieben. Zum Schmusen kommt er nur dann, wenn ER das will, ansonsten kann es durchaus mal vorkommen, dass man die Krallen spürt. Ich respektiere das inwischen, da er vermutlich Selbstversorger gewesen ist in seinem früheren Leben, und auf Menschen hin wohl nicht sozialisiert worden ist. Er ist auch einer, der nicht ohne Krallen spielen kann. Somit spiele ich nicht mit Händen mit ihm, sondern er bekommt halt immer mal wieder ein neues Spielzeug aus meiner Mäusemanufaktur. Er ist hier sozusagen angestellt als der Tester vom Dienst. Ich finde, es hätte schlimmer für ihn kommen können, oder?

Sir Henry Bär 3

Auf jeden Fall hat Sir keinerlei Ambitionen, wieder ein Leben in freier Wildbahn zu führen, denn er hat hier noch nie die Wohnung verlassen, außer in Richtung gesicherter Dachterrasse.

Das mit dem Teilen des Schreibtischstuhls sieht im Augenblick übrigens so aus, dass der Herr auf dem kompletten Stuhl tief und fest schläft (er hat noch nicht mitbekommen, dass ich grad seine Schandtaten poste), und ich nebendran auf einem Hocker sitze. Nunja….Halbe-Halbe fände ich schon angemessener….

1 Kommentar

  1. Eine schöne Geschichte. Danke, dass du sie erzählt hast.
    Das mit dem geteilten Schreibtischstuhl kenne ich sehr gut. Aktuell darf ich über den Kater weg irgendwie tippen. Und er hat es sich auf meinem Schoß gemütlich gemacht.

    LG

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