Die Tage zwischen den Jahren

Die Tage zwischen den Jahren, die lasse ich gerne etwas ruhiger angehen. Ein persönlicher Rückblick auf das vergangenen Jahr, ein Ausblick auf das neue Jahr, das steht für diese Tage an.

Der Trubel der vergangenen Tage klingt noch nach. Trubel deshalb, weil ich – aus welchem Grund auch immer – mir den 24.12. als Geburtstag ausgesucht habe.  Für meine Eltern war ich somit das  „Christkindla“. 😉

Im Rückblick kann ich dankbar sein, dass nach nun 6 Jahren mit immer wiederkehrenden, teils ausdauernden Schmerzphasen ohne festes Muster, und diversen anderen Beschwerden, unterm Dunkelfeldmikroskop wohl die Ursache dafür gefunden worden ist: Borrelia burgdorferi. Diese kleinen Biester hatten sich vermutlich irgendwo in mir versteckt und auf alle möglichen Reize hin mich immer wieder, mehr oder weniger stark, gepiesackt. Woher? Das weiß niemand, lässt sich wohl auch nicht mehr feststellen …. Ich war leider als Kind der Liebling aller Holzböcke (so nennt man die Zecken hier), denn ich kam nie aus dem Wald nach Hause ohne so ein Mitbringsel. Und auch später stand so manches beißende Insekt auf mich zu Zeiten, wo meine neben mir sitzenden Nachbarn völlig unbehelligt geblieben sind. Es lässt sich also nicht mehr nachvollziehen, wann und wo ich mir das eingefangen habe, aber egal. Seit das Thema homöopathisch gezielt angegangen wird, geht es mir deutlich besser. Ob ich die Biesterchen jemals los werde….keine Ahnung! Ich hoffe einfach. 🙂

In diesem Jahr habe ich auch begonnen, das feinste aller feinen Garne, das es meiner Meinung nach hier in Europa gibt, zu Einzelstücken für Maschenkreisel zu verarbeiten. Ich habe jahrelang nach so einem Garn gesucht. Es ist reine, jungfräuliche Schurwolle und entspricht meinen persönlichen Kriterien voll und ganz: Wolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (= kbT), fair produziert und schwermetallfrei eingefärbt, mit dem derzeit hochwertigsten Textilsiegel  ausgezeichnet (=GOTS), und einfach nur schön. Ich finde, dies ist Wolle, welche man auch verarbeiten und tragen darf, wenn man als langjährige Vegetarierin sich langsam dem Veganismus annähert. 🙂

Das wäre übrigens ein weiterer Punkt dieses Rückblicks: Ich bin nach fast 20 Jahren vegetarischer Ernährung auf dem Weg, den nächsten, logischen Schritt zu gehen, auch wenn es noch lange nicht mit allem klappt, denn mein Geschmack möchte sich langsam (!!!) umstellen können. Ich brauche da einfach Zeit, da mir ganz grundsätzlich beim Essen vieles nicht schmeckt und hierbei einfach auch sehr viel mehr dazugehört, als Essen. In allen Bereichen vegan zu leben, wird in einer Kleinstadt eh nicht so einfach, aber der Weg ist das Ziel. Für mich. Das ist allein meine Entscheidung, was, wann, wie. Das Warum ist für mich ja auch nicht auf einem einzigen Punkt festzunageln.

Ein erfreuliches Ereignis für mich war 2013 auch, dass meine beiden Facebook-Seiten zusammengeführt werden konnten unter einem gemeinsamen Titel. Aus Maschenkreisel und Mäusemanufaktur wurde Maschen & Mäuse. Mein Strickshop Maschenkreisel besteht nur noch auf der Plattform Etsy, meine Mäusemanufaktur wird in absehbarer Zeit nachziehen, denn ich bin das Klima und die ständigen technischen Probleme bei DaWanda einfach Leid.

Was mich dieses Jahr aber am meisten beeindruckt hat (mit Schwerpunkt auf Druck, positiv, wie negativ) war die Tatsache, dass ich nun in ein neues Jahrzehnt meines Lebens eingetreten bin. Phasenweise hat es mich wirklich be-drückt und diese Phase ist noch nicht ganz durch. Ob ich will oder nicht …, jetzt steht diese rundliche 6 vorne dran … ja, damit hab ich ein echtes Problääääm, ich gebe es zu. Es zeigt mir auf, dass eben nicht mehr alle Türen für mich offen stehen werden in diesem Leben, sondern dass ich mich von dem einen oder anderen Traum (Uluru z.B. – mein persönliches Mekka) durchaus verabschieden muss, weil ich keine Möglichkeiten für mich mehr sehe, dies oder jenes zu verwirklichen. Neue Träume müssen her! Kleinere Brötchen sollten gebacken werden. Große Füße zu haben, heißt nicht zwangsläufig, auf großem Fuß leben zu können. Wäre ja auch zu einfach gewesen…. 😉

Nein, über Pläne für die Zukunft werde ich nicht schreiben. Ich setzte mich sonst (wieder mal) selbst unter Druck, und das tut mir nicht gut. Mein Körper hat mir in den letzten Jahren hier deutlich seine Grenzen aufgezeigt. Das darf ich nun schreiben, denn ich muss niemandem mehr irgendetwas beweisen, nur ab und an mir selbst. Braucht mein Selbstwert. 😉 Ich habe Pläne, aber die bekommen kein Zeitlimit zur Umsetzung. Die dürfen sich entwickeln und irgendwann erblühen und dann freue ich mich daran. Ich darf Haken schlagen, Purzelbäume und Rückschritte machen, auch einen Weg gänzlich verlassen. Alles darf, aber nichts mehr muss. Das ist das Schönste am Älterwerden!

Wir sollten viel öfter von ganzem Herzen etwas tun, das kein Ziel verfolgt, keine Eile hat und sich nicht lohnen muss. (Jochen Mariss)

In diesem Sinne:
Euch, die ihr hier mitlest, wünsche ich alles erdenklich Gute für 2014.

Rose CIMG0194

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