veganer Christstollen

Handwerker im Haus und ein schöner Fund

Wie ich vor einigen Tagen zur lange vermissten Zutatenliste meiner Mutter für ihre stets sehr feinen Christstollen gekommen bin, das muss ich euch noch erzählen. Die Variante (veganer) Christstollen ging am Wochenende gleich mal in den Test.

Ich hatte in den letzten Wochen, wie ich schon berichtet habe, mehrmals den Maler ‚zu Besuch‘. Da ich eine Dachwohnung habe, mit vielen Schrägen, wo man kaum Schränke stellen und noch viel weniger wieder verrutschen kann, zudem der Bereich Wohnen, Essen, Diele offen ineinander übergehen, war das ein echtes Stück Arbeit und konnte nur in Etappen erledigt werden.

Aktion Maler im laufenden Betrieb

Beim ersten Besuch waren Küche und Bad dran, also stand alles, was sich von dort wegtragen ließ, im offenen Bereich herum.

Beim zweiten Termin wurden der Flurbereich zwischen den Zimmern und der Eingangsbereich gemacht. Da war alles rundum in den Zimmern vollgestellt.

Beim dritten Arbeitseinsatz waren der Sitz- und Essbereich dran. Das war am meisten Arbeit, denn da steht auch am meisten. Das Arbeitszimmer mit den Bücherregalen und das Schlafzimmer  sind erst im Frühjahr dran. 😉

Zwischen den ersten beiden Terminen war noch der Elektriker hier, um an meinem geliebten Wintersonnenplatz hinter den Fenstern zur Loggia endlich eine (oder viel mehr zwei) Steckdosen anzubringen. Nun hab ich da auch Strom für ein wenig Beleuchtung und auch mal die Technik. Da mussten Schlitze in die Gipskartonplatten gesägt werden und wieder zugeputzt werden. Sowas geht aber halt nur in Absprache mit dem Maler.

Projekt ‚Neue Sockelleisten‘

Als der Maler aus dem Haus war, kam noch das Projekt neue Sockelleisten hinzu. Ich habe ein helles, weißgeöltes Buchenfertigparkett als Boden. Man hat mir vor 11 Jahren häßliche Nullachtfünfzehn-Sockelleisten angebracht, ohne zu fragen. Beim Abmachen jetzt stellte ich fest, dass das zweierlei Sorten waren, daher hatten diese sich auch unterschiedlich verfärbt. Neu sah man das nicht, aber im Lauf der Zeit eben schon. Kein Wunder also! Nun hab ich schöne, hohe, weiße Sockelleisten.

Ich wollte das selber machen, habe mit der mir zur Verfügung stehenden Handgehrungssäge aber einfach den Winkel nicht so sauber hinbekommen, wie ich mir das gewünscht hätte….. selbst der Allroundhandwerker, der Sohn einer Miteigentümerin hier im Haus, hatte noch so seine Probleme mit der elektrischen Säge. Auch im Baumarkt, wo ich die Leisten erstanden hatte, konnte man mir keinen brauchbaren Tipp geben (ich hatte einfach alle schon ausprobiert), wie man mit diesen Leisten einen präzisen Anschlag und somit passgenaue Stöße hinbekommt. Die sind auf der Rückseite nämlich unterschiedlich hoch/dick, also nicht glatt, werden per Clips befestigt und lassen sich beim Sägen nicht sauber einspannen, weil sie eben nicht flach anliegen, sondern kippeln. An der Wand sitzen sie leicht schräg nach unten und außen, liegen also nur im oberen Bereich an. Das war Drama hoch vier!!! Ich selbst hatte nach drei Stunden aufgegeben, um nicht zu sagen, beinahe das Zeug in die Ecke geworfen. Der junge Mann hat sich arg geplagt und fürchterlichen Dreck von der elektrischen Säge hinterlassen, aber sie sind nun dran, die Leisten. Auch wenn nicht jede Ecke so schön ist, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich hatte keine Lust mehr drauf und dem ursprünlichen Bodenleger müssen an den beiden Tagen die Ohren geklungen haben, weil an ein paar Stellen seitlich so viel Lücke war, dass das kaum sauber abzudecken war.. Pfusch vom Fachmann nenn ich sowas. Einfach nur ärgerlich!

Sockelleisten neu

Auf jeden Fall musste hierzu auch ein Schrank geleert werden, den wir beim Weißeln hatten stehen lassen, weil voll mit Kochbüchern, Blumenvasen und langstieligen Gläsern. Ich wusste einfach nicht, wo noch aufbewahren. Mit Sir Henry musste ja alles auch katzensicher verstaut werden.

Ausräumarbeiten fördern ´lange vermisstes Rezept‘ zutage

Langer Rede – kurzer Sinn …. bei dieser Aktion fiel mir ein Streifen weiße Pappe im Format Lesezeichen mit einem alten Stollenrezept meiner schon lange verstorbenen Mutter in die Hände. Eigentlich nicht mal ein Rezept, sondern nur eine Zutatenliste. Den Rest hatte meine Mutter im Kopf. Sie hat viel und gerne gebacken. Ich habe das handgeschriebene Rezeptbuch meiner Mutter zwar aufgehoben (obwohl ich nicht alles lesen kann, Steno und teilweise alte Sütterlin), aber da war das Stollenrezept nicht drin. Meine Tochter und ich hatten schon mehrfach gesucht. Der Streifen muss in meinem Regal mal rausgerutscht und zwischen meine anderen Kochbücher geraten sein.

Nun aber….mit grob gebrochenen Walnusskernen, ergänzt um in Rum eingeweichte Rosinen, dafür etwas weniger Zitronat und Orangeat, eben so, wie der Stollen bei meiner Mutter immer gebacken wurde, so habe ich mich heute dran gewagt. Mit veganer Butter, statt normaler Butter und mit Pflanzenmilch, statt Kuhmilch. Mehr musste ich nicht ändern. Stollen sind ja eine Art gehaltvolles Hefegebäck. Soweit ich mich erinnern kann, liefen die bei meiner Mutter unter ‚Dresdner Stollen‘.

Stollenteig beim Aufgehen

Das Foto vom aufgehenden Teig verspricht Gutes. Jetzt liegen zwei große Stollen im Backofen, (nächtes Mal mache ich drei oder vier draus und versuche, sie mit einem Streifen außen herum in der Höhe zu halten) …

Stollen fertig zum Backen

… und wie er schmecken wird…. das werde ich erst kurz vor Weihnachten erfahren, denn ein guter Stollen muss mindestens drei, besser vier Wochen ruhen um zu ‚reifen‘. Dann … werde ich auch noch ein Foto vom Anschnitt für euch machen und eventuell das Rezept aufschreiben für nächstes Jahr. Wenn er gelungen sein sollte.

Sagte ich schon, dass ich guten Weihnachtsstollen liebe? Der erste wurde in meiner ganzen Kindheit immer an Heiligabend zum Kaffee angeschnitten. Es war mein Geburtstagkuchen und mein Vater holte aus dem Garten ein paar Christrosen. Das waren meine Geburtstagsblumen. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.