Müll vermeiden, statt recyceln oder Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt!

„Müll vermeiden, statt recyceln“, so heißt ein interessanter Artikel in der aktuellen Schrot & Korn, die ich Sonntagnachmittag in der Sonne sitzend bei einer Tasse Kaffee durchgelesen habe. Ich mag das Heft, finde immer wieder Interessantes, seien es neue Produkte, neue Rezepte, oder auch neue Herangehensweisen an den Alltag. Leider gibt es gerade diesen Artikel nicht auf der Website, nur im Heft zu lesen.

Müll vermeiden als Single

Müll vermeiden ist gar nicht so einfach, wenn du alleine mit einer Samtpfote zusammen lebst. Sir Henry verträgt ganz wenige Sorten Futter und diese kommen gewöhnlich in der Dose daher, was volumenmäßig oft mehr ausmacht, als das, was ich selbst entsorge in den gelben Sack. Umstellen auf Rohfutter war nicht möglich. Er hat es mit seinem wohl vorgeschädigten Darm einfach nicht vertragen. Sir war in seinem früheren Leben streunender Selbstversorger, über den niemand etwas weiß, bis zum Zeitpunkt des verletzt Auffindens und seinen Einzug in ein Tierheim. Er leidet, wie sich herausstellte, an chronischer Bauspeicheldrüsenentzündung und verträgt nur ganz wenige Sorten Futter.

Als Einzelperson kann ich so manche Lebensmittel auch nicht einfach in der Großpackung kaufen, weil ich das nun mal nicht aufbrauchen kann. Was soll ich mit einem Liter Pflanzenmilch? Ich brauche ab und an mal eine kleine Menge zum Kochen oder Backen, das war’s. Selbst meinen Kaffee trinke ich am liebsten „nackt“. 😉 So geht mir das leider mit so einigen Nahrungsmitteln. Was will man solo mit der angebotenen Familienpackung??? Und mitunter ist das auch noch alternativlos. Aber eine halbe Packung Pflanzenmilch entsorgen, weil sie nicht verbraucht werden konnte und nun verdorben ist, halte ich auch nicht wirklich für sinnvoll. Ob Hersteller/Wareneinkäufer überhaupt daran denken?

Ist unverpackt einkaufen eine Alternative?

Ein Geschäft, in dem man offene Lebensmittel einkaufen kann, wie z.B. im „unverpackt-Laden in Kiel oder „original-unverpackt“ in Berlin, davon können wir hier erst mal nur träumen. Ganz davon abgesehen müssen diese offenen Lebensmittel irgendwie transportiert werden und zu Haus aufbewahrt. Da heißt es entweder eine Weile größere Schraubgläser sammeln, Plastikdosen reaktivieren a`la Tupper und Co. (???) oder ein entsprechendes Equipment kaufen. Es gibt tolles Sachen bei Waschbär und ähnlichen Shops, die Artikel der Firma Zuperzozial aus Bambusfasern und Mais … aber  ich persönlich hätte da gar nicht so viel zu bieten. Jeden Tag meine kleinen Mengen frisch und offen kaufen wäre aber auch keine Option. Ich persönlich gehe nicht gerne einkaufen und wenn, dann möchte ich alles in einem einzigen Geschäft bekommen, denn ich empfinde es als gestohlene Zeit, wenn ich für Grundnahrungsmittel, Brot, Obst und Gemüse schon in drei verschiedene Geschäfte müsste…. ganz abgesehen davon, welche Wege dafür zurückgelegt werden müssten…

Nun gut, ich bin ja vielleicht auch schon ein klein wenig bequem geworden mit meinen Jahren und nicht mehr ganz so gut zu Fuß, was Einkäufe nach Hause Tragen anbelangt. Ich kaufe gewöhnlich ein bis zweimal die Woche im Bio-Supermarkt, mal im einen, mal im anderen wegen des verschiedenen Angebots. Ich meide Plastiktüten wie die Pest, dazu habe ich immer ein Baumwollnetz oder einen Stoffbeutel dabei, nerve bei Tegut immer wieder mal nach Papiertüten für Obst und Gemüse, bzw kaufe einfach keine Gurken im Plastikmantel. Das habe ich auch schon mehrfach kund getan. Geändert hat sich leider gar nichts, man versteckt sich da ein wenig hinter den neuen Eigentümern, bzw hinter der Tatsache, dass man das nicht für einen einzelnen Markt anders machen könne, als die anderen Märkte. Schade, denn irgendwie ist damit das Konzept „Tegut“ für mich nicht mehr stimmig.

Gemüse ohne Verpackung
Ein Teil meines Vorrats, lose eingekauft

Es geht ja doch!

Genau deswegen aber liebe ich die Obst- und Gemüseabteilung meines Ebl-Marktes, wo es 90 % der Waren lose gibt. Auch Broccoli und Gurken! Keine Bananenhand hat oben dran einen Plastikschnippel!  Die Kartoffeln sind lose, bzw in Packpapiersäckchen. Es gibt Papiertüten, die dann zu Hause für die Kompostabfälle weiterverwendet werden könnnen, bzw es hängt sogar eine Rolle kompostierbarer Bio-Plastiktüten, die ich aber normal nicht nutze. Ich finde das einen guten Anfang. Freuen würde ich mich, wenn es bald auch noch die Wasch- und Reinigungsmittel in Nachfüllbehältern geben würde. Da sollte ich wohl nochmal nachfragen.

Für meinen Herrn Kater findet sich vielleicht doch noch eine dosenfreie Alternativnahrung in Form von Fleisch im Kunststoffdarm statt Dose. Es ist mir persönlich allerdings nicht möglich, hierfür zu errechnen, was für die Umwelt besser ist. Beworben und verkauft wird die Wurst allerdings als umweltschonend und müllsparend verpackt. Letzteres ist sie hundertprozentig und lecker ist sie auch. Sir ist gerade zu einem neuen Fan mutiert.

Der Inhalt der beiden "Würste" entspricht dem Inhalt der vier Dosen
Der Inhalt der beiden „Würste“ entspricht dem Inhalt der vier Dosen
Wir machen uns also Gedanken und arbeiten dran. Jeden Tag ein bisschen. Wenn den Kindern unserer Kinder noch so etwas wie eine einigermaßen heile Natur erhalten bleiben soll, dann ist das notwendig. Jetzt!

Falls jemand Interesse an meinen selbstgemachten Baumwollnetzen haben sollte, die gibt es diversen Farben im Shop. Wer Zeit und Lust hat, kann sich auch einfach Baumwollgarn oder Leinengarn kaufen, und so ein Netz an zwei bis drei Abenden selber machen. Die Anleitung gibt es auch solo.

Baumwollnetz
Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.