Abschied

Wenn eine Tür geschlossen wird, …

… dann öffnet sich irgendwo eine andere.

Ich habe lange mit mir gerungen, aber es hat so einfach keinen Sinn mehr:

Seit wieder fast alle selber stricken, die sowas lieben, ist mit teurer Wolle Gefertigtes einfach nahezu unverkäuflich geworden.

Ich bin jedoch einfach nicht bereit, für unter einem Euro die Stunde zu fertigen, bzw nach der Devise, wie so viele Strickerinnen/Handarbeiterinnen, *Hauptsache das Material ist bezahlt*…… Da lese ich dann doch viel lieber ein gutes Buch! 😉  Mit billigem Garn zu arbeiten kommt für mich auch nicht in Frage, da zum einen der Zeitaufwand dann in keinem Verhältnis dazu steht, und zum anderen ich z.B. bei Wolle damit die Tierquälerei unterstützen würde. Alternative, alltagstaugliche (!), pflanzliche Garne sind gerade erst ganz langsam in der Entwicklung.

Allein das Betreiben der Website kostet fast 400 Euro jedes Jahr. Das rechnet sich so nicht mehr und wird gerade zu einem teuren Hobby für mich. Das war aber nie mein Ziel. Ich wollte immer nur fröhlich drauf los stricken und das Ergebnis sollte jemanden erfreuen, weil ich selber so viel nicht brauche. Wenn dann noch ein kleines Taschengeld dabei rauskommen sollte, wäre ich glücklich gewesen. Soweit kam es aber gar nicht erst. Ich musste oft froh sein, wenn ich übers Jahr kein Minus eingefahren hatte. Jedes Jahr wieder. Zum Glück muss ich davon nicht leben, aber viel Spielraum ist da trotzdem nicht. 😉

Weiterhin war mir nicht klar, dass eine eigene Website auf WordPress-Basis zu betreiben, ein endloses Spiel an Updates, ja ganzen Runden an Updates bedeutet, mit Sicherungen und Kontrolldurchgängen im ganzen System, weil oft irgendwo irgendetwas nicht so ist, wie es sein sollte, und dann eben behoben werden muss, ab und an auch mit erst einzuholender Unterstützung (natürlich oft gegen finanziellen Ausgleich), weil ich mir zwar die Grundkenntnisse des Systems WordPress mit Woocommerce angeeignet habe, aber von Programmieren und Webseitenfeintuning dennoch keine Ahnung habe. Wenn man, so wie ich, alles aber erst langwierig erg00geln muss, ist das oftmals ein immenser Zeitaufwand und auf Dauer unbefriedigend. Vor Ort gab es aber nie eine Möglichkeit, das fundiert zu lernen.

Auch die rechtliche Absicherung so eines Kleingewerbes mit Onlineshop ist ein wahres Minenfeld, wo man ein anwaltliches Abo benötigt und dennoch stets auf der Hut sein muss, keinen Fehler zu begehen, immer alles aktuell zu halten, keinen Änderungstermin zu versäumen …. Die Abmahnhaie schlafen nicht, sondern sind gierig und lauern gefühlt überall. Ich hatte die ersten 10 Mäuse im Shop, damals noch bei vondir.de, da hatte ich schon Ärger und jemand versuchte – ungerechtfertigterweise – mir zu verbieten, meine Mäuse zu verkaufen. Das hat mich viel Zeit, Nerven und auch meine patentanwaltliche Sprechstunde beim Deutschen Patent- und Markenamt in Nürnberg gekostet, um hier Rechtssicherheit zu erlangen und entsprechend reagieren zu können.

Das hier ist mein alleine großgezogenes Baby, obwohl, so richtig groß ist es nie geworden, aber das hat mich nie gestört, denn der Tag hat eben nur 24 Stunden. Ich hatte bis vor zwei Jahren reichlich zu tun mit allem rund um maschen&mäuse und mitunter keine Zeit übrig für anderes, vor allem in der Vorweihnachtszeit. Es hat mir aber Spaß gemacht, das kann ich unumwunden zugeben. Nur ist die Zeit jetzt reif für Veränderung.

Zudem lassen die Entzündungsschübe der Borreliose manche Tage nicht zu, dass ich stricke oder häkle, weil die Finger einfach zu ungelenk sind und zu sehr schmerzen. Das ist kein Problem, solange ich vor mich hin werkeln kann ohne Zeitdruck, aber bei abzuarbeitenden Bestellungen baue ich da für mich selbst einen extremen Druck auf, weil ich immer alles möglichst gleich und flott erledigen will.

Facebook und seine mittlerweile immens eingeschränkte Reichweite, wenn man keine kostenpflichtige Werbung bucht, oder einfach tolle Beiträge schreiben kann mit viel Fanpower (ich bin aber keine Animateurin, das liegt mir überhaupt gar nicht), das wäre auch noch so ein Thema. Nach Weihnachten war die Reichweite mal wieder bei Null. Der Beitrag mit dem Ende von maschen&mäuse hat nochmal ordentlich Reichweite erzeugt, anfangs sogar ohne Werbung, weil einige liebe Kundinnen das nun doch etwas vermissen werden, aber gleichzeitig geht auch schon die Fanzahl rapide zurück. Das tut ein klein wenig weh, mir jedenfalls. Aber da muss ich jetzt durch. Hilft nichts. So ist das wohl am Ende eines Projekts. Man bekommt von manchen Seiten recht deutlich gezeigt, dass man nicht unersetzlich ist.

Daher: Schluss – aus – Ende! Mit etwas Wehmut, aber nicht mehr.

Es war seit April 2010 eine interessante Zeit mit vielen, guten (und auch ein paar wenigen, weniger guten,) Erfahrungen. Ich habe durch diese Arbeit viele neue Menschen kennen lernen dürfen und mit einigen davon wird hoffentlich weiter Kontokt bestehen bleiben. Aber nun ist es trotzdem an der Zeit, dieses Kapitel abzuschließen und einen Schritt weiter zu gehen.

Ich habe die Preise für meine normale Kalkulation extrem reduziert, aber ich muss ja nun auch kein neues Material mehr dafür kaufen. Was am Ende an Ware übrig bleibt, wenn die Auswahl nicht mehr groß sein wird, das bekommen dann nach dem Schließen des Shops  Menschen, die bedürftig sind.

Wintersale 30%

 

Meine lieben KatzenfreundInnen haben in den vergangenen Tagen bereits die Auswahl an Katzenspielzeug tüchtig dezimiert, denn die Sachen lassen sich in gut verschlossenen Gläsern problemlos einige Jahre auf Vorrat halten, ohne groß das Düftchen zu verlieren. Ich danke euch für diese Form der Wertschätzung! 

So viele BesucherInnen und Aufrufe, wie gestern, nach Veröffentlichung des Endes, hatte ich bei Facebook und auch auf der Website überhaupt noch nie. Da war ich dann allerdings doch etwas erstaunt.

Der allerletzte Tag steht noch nicht ganz fest, weil ich nicht genau abschätzen kann, wie sich die Sachen reduziert noch verkaufen werden, aber ich freue mich trotzdem schon auf Zeiten mit anderen Schwerpunkten in meinem Leben, obwohl das eine interessante, erfahrungsreiche Zeit war. Wer mich kennt, weiß ja, dass ich aus gesundheitlichen Gründen bereits im Ruhestand bin, aber Untätigkeit trotzdem nicht mein Ding ist. Langeweile – was ist das?

Ich mach mir also keine Sorgen. Irgendwo öffnet sich immer eine Tür oder ein Fenster und der Blick bzw. der Weg findet eine neue Richtung.

Macht es gut miteinander!   

Danke für alles und herzliche Grüße – Angela von www.maschenundmaeuse.de

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